17.08.2021 09:40

Videobrille sorgt für entspannte Behandlung

Einsatz bei invasiven Eingriffen unter Regionalanästhesie


Videobrille sorgt für entspannte Behandlung
Kreativität wird in der Pflege des Evangelischen Krankenhauses Herne großgeschrieben, wenn es darum geht, das Wohlbefinden der Patient*innen zu fördern. Immer wieder gibt es innovative Ideen in der Pflegedirektion, die in den Teams mit viel Engagement umgesetzt werden. Ganz neu im Angebot ist jetzt die Videobrille. Sie bietet visuelle und akustische Ablenkung für Patient*innen, die einen chirurgischen Eingriff unter Regionalanästhesie vornehmen lassen. Das hilft, Ängste zu reduzieren.

„Ich hätte es nicht für möglich gehalten, aber ich kann nur sagen, bei mir hat die Ablenkung hundertprozentig funktioniert“, berichtet Patientin Ingrid Pforr. Sie musste im EvK einen chirurgischen Eingriff am Fuß vornehmen lassen und erhielt dafür eine Regionalanästhesie. Die Vorstellung, dass eine Operation stattfindet, während sie wach und bei Bewusstsein ist, hatte jedoch im Vorfeld ein mulmiges Gefühl in ihr ausgelöst, auch wenn sie es begrüßte, dass auf diese Weise ihr Körper weniger belastet wurde.

Als Meinolf Vöge, OP-Begleitdienst am EvK, Ingrid Pforr anbot, zur besseren Entspannung die neue Videobrille zu nutzen, griff sie gern zu und war gespannt, inwieweit die erhoffte Ablenkung bei ihr funktionieren würde. Aus der breiten Palette der Filme, die von entspannendem Meeresrauschen über Dokumentationen, Spielfilme, Zeichentrick bis hin zu klassischen Konzerten reicht, wählte sie zunächst ein beruhigendes Meeresrauschen, das sie an schöne Urlaube an der Nordsee erinnerte, und danach eine Reisedokumentation über Island.

„Ich war so in den Bann gezogen, von dem was ich durch die Brille sah und hörte, dass ich Herrn Vöge fragte, wann denn eigentlich die OP beginnt“, lacht Ingrid Pforr gut gelaunt und betont, dass sie jederzeit wieder zu der Brille greifen würde, wenn sie die Möglichkeit hätte. Während der gesamten OP war Meinolf Vöge an der Seite der Patientin, damit sie sich auch sicher fühlte.

Er ist im EvK Ansprechpartner für die Videobrille und hält sie bei Bedarf für die Patient*innen bereit. Die Nachfrage ist inzwischen sehr rege. So berichtet Meinolf Vöge, dass ein junger Patient, der zum Richten einer Schraube im Fuß gekommen war, sich währenddessen „Mission Impossible“ angeschaut hatte, während eine andere Patientin Ablenkung bei einer Zoo-Dokumentation gesucht hatte. Als gutes Hilfsmittel hat sich die Brille auch für die Behandlung von Kindern in der Zentralen Notaufnahme bewährt. Dank „Biene Maja“ und „Wicki“ wurde das Krankenhaus schnell zur Nebensache.


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