06.05.2021 16:13

Schnelle Reaktion verringert schwere Folgen

Dr. Sylke Düllberg-Boden zum Tag des Schlaganfalls


Den bundesweiten Tag gegen den Schlaganfall am 10. Mai 2021 nimmt Dr. Sylke Düllberg-Boden, Chefärztin der Klinik für Neurologie am Evangelischen Krankenhaus Herne, zum Anlass, um darauf hinzuweisen, wie wichtig es für den Genesungserfolg ist, bereits bei Verdacht auf Schlaganfall so schnell wie möglich zu reagieren. „Die aktuelle Pandemie-Situation darf nicht dazu führen, dass Symptome ignoriert und aus Angst vor Corona der Weg in die Klinik gescheut wird“, warnt sie eindringlich.

Jährlich erleiden rund 270.000 Menschen in Deutschland einen Schlaganfall. Nehmen sie ihre Symptome Ernst und lassen sich so rasch wie möglich in einem Krankenhaus behandeln, haben sie gute Chancen, mit geringen Folgeschäden zu überleben. „Wichtig ist jedoch, dass die Betroffenen sofort den Rettungsdienst alarmieren, der sie in ein zur Schlaganfallsbehandlung geeignetes Krankenhaus bringt“, betont Dr. Sylke Düllberg-Boden. In der ersten Phase der Corona-Pandemie seien viele Schlaganfall-Betroffene mit geringen oder mittleren Symptomen zu Hause geblieben in der Hoffnung, dass sich die Beschwerden von allein geben. Ein Trugschluss, so die Chefärztin. Denn dies ist eine vergebliche Hoffnung.

Im EvK Herne, dem neurologischen Akutkrankenhaus für das Stadtgebiet Herne, erfolgt bei einem akuten Schlaganfall die Bestimmung eines geeigneten Therapieverfahrens zur möglichen Wiederherstellung einer regulären Hirndurchblutung. Thromben, die in die Hirngefäße gelangen können, werden ggf. entweder medikamentös durch eine Infusion oder durch einen Kathetereingriff aufgelöst bzw. entfernt. Dies gelingt jedoch nur, wenn der Patient so schnell wie möglich innerhalb eines bestimmten Zeitfensters das Krankenhaus erreicht. Das gilt vor allem bei der Akutversorgung in einer Stroke Unit, wie es sie seit 1998 am EvK gibt. In der bereits zum 9. Mal zertifizierten Spezialbehandlungseinheit für Schlaganfall wurden im vergangenen Jahr rund 500 Betroffene versorgt.

Eine entscheidende Rolle im Versorgungskonzept der Stroke Unit im EvK spielt neben der speziellen medizinischen auch die besondere pflegerische und therapeutische Betreuung. Durch das enge Miteinander der verschiedenen Fachdisziplinen können effektive Maßnahmen ergriffen werden, um Folgeschäden so gering wie möglich zu halten. Ein bedeutender Faktor ist auch die Sozialberatung, die für die Organisation der Versorgung nach dem Krankenhausaufenthalt wichtige Unterstützung leistet.











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