09.11.2020 12:56

Corona-Richtfest ohne Kranz und Gäste

Fertigstellung Erweiterungsbau Psychiatrie im Juli 2021


Eigentlich wollte Heinz-Werner Bitter, Geschäftsführer der Ev. Krankenhausgemeinschaft Herne | Castrop-Rauxel, den Abschluss der Rohbauphase des Erweiterungsbau der Klinik für Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik am Evangelischen Krankenhaus Castrop-Rauxel mit einem angemessenen Richtfest feiern, aber die aktuelle Corona-Situation ließ dies nicht zu. „Wir hoffen, dass wir uns zum Fertigstellungstermin am 30. Juli 2021 wieder für ein größeres Publikum öffnen können“, sagt er.

Die bauliche Besonderheit des Projekts besteht darin, dass der Baukörper in das bestehende Krankenhausgebäude integriert wird. Auf insgesamt 900 Quadratmetern entsteht Raum für eine Station mit 16 Betten. Rund 5,5 Mio. Euro Investitionskosten sind für den Erweiterungsbau veranschlagt, der auf den ehemaligen OP-Bereich des EvK aufgesetzt worden ist.

Die Station wird zukünftig den neuen Akut- und Intensivbereich der Klinik für Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik am EvK Castrop-Rauxel umfassen. Dort werden die psychiatrischen Notfälle der Region behandelt und nach Deeskalation für die Weiterbehandlung auf den psychiatrischen und psychosomatischen Spezialstationen des Hauses vorbereitet. Um psychiatrische Notfälle handelt es sich dann, wenn eine akute Eigen- oder Fremdgefährdung besteht oder besonders schwere psychiatrische Störungen auftreten, bei denen die eigene Realitäts- und Handlungskontrolle der Betroffenen bis hin zur Hilflosigkeit und Verwirrtheit beeinträchtigt ist. Darüber hinaus ist auf der neuen Station die Erstversorgung von Patienten möglich, die ungeplant zur Aufnahme kommen und auf den Schwerpunktstationen (Depressionen/Manien und Ängste, für Psychosen, für psychosomatische Erkrankungen, für psychische Störungen im Alter und für Suchterkrankungen) keine freien Betten mehr frei sein sollten.

Die neue Station verfügt über drei Zweibettzimmer und über zwei an die Pflegezentrale angrenzende Krisenzimmer, in denen Patienten mit besonders intensivem Hilfs- und Überwachungsbedarf behandelt werden. Zusätzlich gibt es zwei Einzelzimmer, eins davon speziell für adipöse Patienten. Da manche Patienten bis zu 8 Wochen auf der Station verbringen, wird der Innenbereich so wohnlich wie möglich gestaltet.

Als Treffpunkt ist ein Gruppenraum mit gemütlichen Sesseln und Fernsehmöglichkeit vorgesehen. Ein Speiseraum mit angeschlossener Küche bietet Patienten die Chance, auf Wunsch auch selbst zu kochen. Auf einer teilüberdachten Außenterrasse kann man sich draußen aufzuhalten. Der begrünte Innenhof sorgt für einen naturnahen Erholungsraum außerhalb der Station und bietet eine Abwechslung fürs Auge. Ein separater Außeneingang sorgt dafür, dass die betroffenen Patienten getrennt von allen anderen EvK-Patienten auf der Station aufgenommen werden können und damit ein Höchstmaß an Diskretion gewährleistet ist.

„Wir freuen uns, dass wir auf unserer neuen Station allen Patienten mit akuten psychiatrischen Erkrankungen und den damit verbundenen Gefährdungen in wohnlicher Atmosphäre einen positiv stimulierenden Behandlungsrahmen bieten können, der gleichzeitig bei Bedarf auch von belastenden Reizen abschirmt“, sagt Prof. Dr. Udo Bonnet, Chefarzt der Klinik für Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik am EvK.




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