28.09.2018 10:35

Schrittmacher trainiert Herzmuskel

Hilfe für Patienten mit schwerer Herzinsuffizienz


Chefarzt Dr. Ali Halboos

Patienten, die an einer schweren Herzinsuffizienz, d.h. an einer Herzmuskelschwäche leiden, kämpfen vor allem mit massiver Luftnot. Besonders schlimm ist die Situation für die Betroffenen, wenn ihnen bereits ein Defibrillator implantiert wurde und die medikamentöse Therapie als ausgereizt gilt. Speziell für diese Patienten bietet Dr. Ali Halboos, Chefarzt der Kardiologie in der Klinik für Innere Medizin am Evangelischen Krankenhaus Herne, eine neue Behandlungsoption an: die kardiale Kontraktilitätsmodulation (CCM).

Hinter dieser Bezeichnung verbirgt sich ein Therapieverfahren, das ähnlich wie ein Herzschrittmacher funktioniert und auch so aussieht. Dazu werden, wie bei einem „normalen“ Herzschrittmacher zwei Sonden in die rechte Herzkammer implantiert, die mit einem Impulsgeber verbunden sind. Dieses Gerät sendet Stromimpulse aus, die in einer bestimmten Phase des Herzzyklus abgegeben werden. Der Patient merkt davon nichts. Das besondere ist, dass die Batterie dieses speziellen Systems von außen aufgeladen werden kann.

„Wichtige Begleiterscheinung ist, dass die Abgabe der Stromimpluse zu einer Steigerung der Produktion von Proteinen führt, die wiederum wichtig für das Funktionieren des Herzmuskels sind“, erläutert Dr. Halboos. Werden Proteine produziert, so wirkt sich dies mittelfristig positiv auf die Herzfunktion aus. Das bedeutet, dass die kardiale Kontraktilitätsmodulation einen „Trainingseffekt“ für das Herz hat und die Herzkraft steigern kann.

Um eigene Erkenntnisse über diese neue Therapieform weiterzugeben, nimmt das EvK an einer Registerstudie teil. „Für die Patienten hat dies den Vorteil, dass sie besonders engmaschig überwacht und begleitet werden“, erklärt der Chefarzt. Da für das neue Therapieangebot nur Herzinsuffizienz-Patienten eines bestimmten Schweregrades in Frage kommen, ist im Vorfeld eine präzise Diagnostik erforderlich.




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