10.03.2016 15:40

Darmkrebsmonat mahnt zu gesunder Lebensweise

Medizin-Experten gaben Auskunft bei Telefonsprechstunde


Die Expertenrunde (v.l.): Dr. Hennig G. Schulz, Christoph Schildger, Dr. Nazilla Fangmann, Dr. Christoph Hackmann

Darmkrebs ist bei Frauen wie Männern die zweithäufigste Krebsart. Jährlich erkranken über 60.000 Menschen in Deutschland an Darmkrebs, weit mehr als 20.000 sterben daran. Das sind schon deutlich weniger als vor zehn Jahren, doch mit der Überalterung der Gesellschaft nimmt auch das Darmkrebs-Risiko zu. Denn mehr als die Hälfte der Betroffenen erkrankt erst nach dem 70. Lebensjahr. Da Darmkrebs, wenn er frühzeitig erkannt wird, besonders gut heilbar ist, spielt die Vorsorge eine zentrale Rolle. Anlässlich des Darmkrebsmonats März saßen ausgewiesene Experten im Evangelischen Krankenhaus Castrop-Rauxel bereit, um während einer Telefonsprechstunde Fragen zu Symptomen und Risiken, zu Vorsorge- und Therapiemöglichkeiten zu beantworten.
 
Besonders darmkrebsgefährdet sind Menschen, die ersten Grades mit einem Darmkrebs-Patienten verwandt sind. Darüber hinaus weiß man, dass Übergewicht, Rauchen und regelmäßiger Alkoholkonsum einen Einfluss auf die Tumorbildung haben. Eine gesunde Ernährung, viel Obst und Gemüse, wenig rotes Fleisch und Wurstwaren tragen aus Sicht von Experten ebenso zu einer Verringerung des Darmkrebsrisikos bei wie regelmäßige Bewegung.
 
Ab dem 55. Lebensjahr finanzieren die Krankenkassen eine Vorsorge-Untersuchung des Darms per Koloskopie. Diese wird nach zehn Jahren wiederholt, wenn der Befund unauffällig ist. Ein Grund, um den Rat eines Arztes zu suchen, sind Symptome wie Blut im Stuhl, starker Gewichtsverlust oder veränderte Stuhlgewohnheiten - Durchfall oder Verstopfung oder ein Wechsel von beiden. Tückisch ist die Tatsache, dass Darmkrebs im Frühstadium keine Beschwerden verursacht. Deshalb raten Mediziner auch dringend, Vorsorgeuntersuchungen wahrzunehmen.
 
Wurde dabei ein Tumor festgestellt, empfiehlt sich in der Regel die Weiterbehandlung in einem Krankenhaus. Denn die Wahl der geeigneten Therapie ist individuell sehr unterschiedlich und sollte deshalb von einer Tumorkonferenz festgelegt werden, an der mehrere Fachdisziplinen wie zum Beispiel die Chirurgie, die Onkologie, die Strahlentherapeuten und Gastroenterologen beteiligt sind. In den meisten Fällen empfiehlt es sich, den Tumor zu operieren. Die OP kann dabei auch mit einer Chemo- oder Strahlentherapie kombiniert werden. Neu ist die Kombination von Immun- und Chemotherapie zur Behandlung des Darmkrebs.

Initiiert wurde die Telefonsprechstunde zum Darmkrebsmonat durch Christoph Schildger, leitender Abteilungsarzt der Gastroenterologie im Evangelischen Krankenhaus Castrop-Rauxel. Die Expertenrunde bestand aus
:

Dr. med. Nazilla Fangmann
Niedergelassene Fachärztin für Innere Medizin und Gastroenterologie
Gemeinschaftspraxis Dres. Böhne, Fangmann und Meschede-Isbruch
Castrop-Rauxel

Dr. med. Christoph Hackmann
Chefarzt der Klinik für Onkologie
Facharzt für Onkologie und Palliativmedizin
Klinik für Onkologie - EvK Witten

Dr. med. Henning G. Schulz
Chefarzt der Klinik für Viszeralchirurgie
Facharzt für Viszeralchirurgie und Facharzt für Chirurgie
Klinik für Chirurgie - EvK Castrop-Rauxel

Christoph Schildger
Leitender Abteilungsarzt Gastroenterologie
Facharzt für Innere Medizin und Gastroenterologie, Geriatrie
Klinik für Innere Medizin I - EvK Castrop-Rauxel