23.02.2016 12:22

Stress zwischen den Generationen

8. Pflegesymposium thematisiert Konfliktpotential im Team


Die Organisatorinnen und Organisatoren des Symposiums (v.l.): Ingeborg Drossel, Beate Schlüter-Rickert, Werner Marcinkowski, Henriette Schlesinger und Marcus Fritz.

Beruf ist Berufung, sagen die einen - Beruf ist Arbeit, sagen die anderen. Mit der Generation X und der Generation Y treffen zwei unterschiedliche Einstellungen in unserer Gesellschaft aufeinander. „Diese Entwicklung spüren wir auch im Pflegebereich“, sagte Beate Schlüter-Rickert, Pflegedirektorin der Ev. Krankenhausgemeinschaft Herne | Castrop-Rauxel, zu Beginn des 8. Pflegesymposiums, das gemeinsam von der Ev. Krankenhausgemeinschaft, der Stiftung Augusta und dem EvK Witten veranstaltet wurde. Vertreterinnen und Vertreter des mittleren Pflegemanagements trafen sich an der Akademie Mont Cenis, um sich über aktuelle Pflegethemen zu informieren.

„Wir wollen für den Nachwuchs attraktiv sein, deshalb müssen wir schauen, wie wir unseren Arbeitsalltag neu organisieren, um uns den geänderten Bedürfnissen der nachfolgenden Pflegegeneration anzupassen“, begründet Beate Schlüter-Rickert die Wahl des Symposium-Themas. Kommunikationswissenschaftler Michael Wachholz beschrieb die unterschiedlichen Arbeits- und Lebenseinstellungen der verschiedenen Generationen. Seine Darstellung lief letztendlich darauf hinaus, dass die nachfolgende Generation Y - und stärker noch die Generation Z - den Schwerpunkt auf Familie und Freizeit legen möchte.

In der Praxis bedeutet das, dass wesentlich mehr Teilzeitstellen gefragt sind, als es noch bei der Generation X der Fall war. Diese Ausrichtung bedeutet wiederum eine große Herausforderung für die Stationsleitungen, die ein viel mehr Köpfe umfassendes Team stets so einteilen müssen, dass nicht nur die Arbeitszeitvorstellungen der Pflegenden berücksichtigt werden, sondern gleichzeitig jeder auch seinen Fähigkeiten entsprechend eingesetzt wird.

Wichtig für die älteren, der Generation X zuzuordnenden Pflegekräfte ist hingegen, dass sie die Chance erhalten, ihre Kräfte so einzuteilen, dass sie die ihnen noch bevorstehenden Arbeitsjahre ohne psychische oder körperliche Schädigung leisten können. „Die Herausforderung der Zukunft wird darin bestehen, beiden Generationen  einen Arbeitsplatz zu bieten, an dem sich beide gleichermaßen wohlfühlen, um gemeinsam für eine gute Versorgung unserer Patienten zu sorgen“, so die Pflegedirektorin der Ev. Krankenhausgemeinschaft.