12.01.2016 11:04

Reanimationstraining an lebensechten Puppen

Regelmäßige Schulungen für alle Klinik-Mitarbeitenden


Das reanimationstraining wird geleitet von Chefarzt Dr. Martin Montag (2.v.r.) und der Bereichsleitung Anästhesiepflege Ludger Krüger (2.v.l.).

Erna ist neu und Erna ist der Star in der Puppentruppe des Evangelischen Krankenhauses Castrop-Rauxel. Denn Erna ist mit Abstand das realistischste Modell, wenn es darum geht, einen Ernstfall zu simulieren. Ivan und Anne sind auch gut einsetzbar, aber Erna ist die Krönung, Denn Erna kann sogar sprechen. Ludger Krüger, Bereichsleitung der Anästhesiepflege, ist von dem Neuerwerb begeistert. Er ist verantwortlich für die Organisation der Weiterbildung im Bereich Reanimation und er weiß, je realistischer das Trainingsmodell ist desto besser lässt sich der Ernstfall nachstellen.

Einmal im Jahr muss jeder Mitarbeiter aus dem medizinischen Bereich einen Reanimationskurs absolvieren. Denn am EvK gibt es ein festgelegtes Notfallszenario, das jedes Mal dann greift, wenn ein Patient auf einer Station plötzlich das Bewusstsein verliert und keine Lebenszeichen mehr zeigt. Denn alle Mitarbeiter benötigen für ihre normale Tätigkeit auf den Stationen die speziellen Kenntnisse, die für eine Reanimation erforderlich sind.

Also muss regelmäßig geübt werden. Und am besten mit Erna. Erna ist verbunden mit einem Tablet, das perfekt einen Patientenmonitor simuliert so wie er im Krankenhaus eingesetzt wird und Werte wie Blutdruck oder Sauerstoffsättigung anzeigt. Erna kann Infusionen bekommen, Spritzen. Man kann ihr sogar, wie es bei Intensivpatienten manchmal gemacht werden muss, wenn kein venöser Zugang gelegt werden kann, den Knochen anbohren. Trägt der Trainer ein Headset, so kann er sogar Erna sprechen lassen, die dann je nach Stand der Reanimation auch eine passende Antwort auf die Frage „Geht es Ihnen gut?“ geben kann.

Insgesamt stehen sechs Puppen für Trainingszwecke zur Verfügung. Zusammen sind sie eine fünfstellige Summe wert, denn es ist Hightech, was sich in ihren Körpern verbirgt. Ob man mit ihnen das Defibrillieren trainiert, Infusionen legen oder Beatmen, immer reagieren die Puppen so wie es ein Mensch in der vergleichbaren Situation tun würde.

Was lustig klingt, hat einen sehr ernsten Hintergrund. „Für unsere Mitarbeiter ist es wichtig, dass sie ein Höchstmaß an Sicherheit im Umgang mit einer Reanimationssituation entwickeln“, sagt Ludger Krüger. Denn tritt der Notfall ein, darf nicht lange überlegt werden, muss jeder Griff verinnerlicht sein.

Mit der Erstversorgung einher geht das Auslösen der Rettungskette. Unter einer intern festgelegten Notfallnummer wird sofort das zuständige Notfallteam alarmiert. Binnen weniger Minuten ist dann die fünfköpfige Mannschaft aus Ärzten und Pflegekräften der Bereiche Anästhesie, Innere Medizin und Zentrale Notaufnahme mit ihrem Versorgungswagen zur Stelle und einsatzbereit. „Ein sehr erfolgreiches Konzept“, wie Ludger Krüger feststellt. Denn auf diese Weise konnten schon viele Leben gerettet werden.