11.12.2015 14:30

Staatssekretär appelliert an Eigenverantwortung

Beim 6. Hygienetag stand Patientensicherheit im Fokus


Staatssekretär Karl-Josef Laumann

Ein Krankenhaus ist ein öffentliches Gebäude mit einem starken Publikumsverkehr. Deshalb vertrat Staatssekretär Karl-Josef Laumann die Meinung, dass neben dem Klinikpersonal auch Patienten und Besucher stärker in die Pflicht genommen werden sollten, wenn es um die Beachtung der Hygienevorschriften geht. „Ich wehre mich gegen ein Mehr an gesetzlichen Regelungen. Es gibt genug Vorschriften. Sie müssen nur von allen Seiten eingehalten werden“, sagte er beim 6. Hygienetag vor über 200 Teilnehmern im Archäologiemuseum.

Zu der Tagung eingeladen hatten die Geschäftsführung der Ev. Krankenhausgemeinschaft Herne | Castrop-Rauxel und Prof. Dr. Eckhard Müller, Chefarzt der Klinik für Anästhesiologie, operative Intensivmedizin, Notfallmedizin und Schmerztherapie, sowie Vorsitzender der Hygienekommission der Ev. Krankenhausgemeinschaft. Im Fokus des 6. Hygienetags stand der Umgang mit teilweise multiresistenten Erregern wie MSSA und MRGN.

Anschaulich stellten die Referentinnen und Referenten akute Ausbruchssituationen in ihren Krankenhäusern u.a. in Berlin und Jena vor, die auch groß durch die bundesweite Presse gegangen waren. Kritisch beleuchteten die Experten vor dem interessierten Publikum, mit welchen Problemen sie zu kämpfen hatten und welches Maßnahmenbündel schließlich zum gewünschten Erfolg, d.h. einer optimalen Sicherheit für die Patienten, geführt hat. Besonders interessant war der Hinweis, dass auch und gerade „normale“ Bakterien, d.h. mit Empfindlichkeit gegenüber herkömmlichen Standardantibiotika von Patient zu Patient übertragen werden und Probleme verursachen können.

Vor allem bei der Vorbeugung gegen multiresistente Erreger wurde immer wieder auf eine konsequente Händehygiene verwiesen, ein Punkt der auch von Staatssekretär Karl-Josef Laumann aufgegriffen wurde. Ihm als Beauftragten der Bundesregierung sei völlig klar, dass trotz Einhaltung aller Hygienerichtlinien nicht jede Infektion im Krankenhaus vermeidbar sei. Er appellierte daher an Patienten und Besucher, nicht nur selbst entsprechende Desinfektionsempfehlungen einzuhalten, sondern auch beim Klinikpersonal darauf zu achten, dass die Händehygiene in jedem Falle durchgeführt wird.